Auch unsere Region blieb vom starken Rückgang der Storchenbestände in den 1970er Jahren nicht verschont. Bei uns kam erschwerend hinzu, dass die Wasserwirtschaftsämter mit der Fertigstellung der Entwässerungsgräben, z. B. Rheinniederungskanal und Fünfheimburgerwaldgraben, im Rahmen des AREKO-Projektes (Acher-Rench- Korrektur) viele früher überschwemmte Feuchtwiesen trockenlegten. Unseren Störchen wurde damit eine wertvolle Nahrungsgrundlage entzogen. Die Folge war, dass die angestammten Nester in unseren Ortschaften verwaisten.
Bereits Mitte der 60er Jahren sind die Störche in Lichtenau und Rheinmünster ausgeblieben. Der letzte Storch in unmittelbarer Nähe wurde in Moos in den 70er Jahren gesichtet. In ganz Baden-Württemberg gab es 1975 nur noch 15 Horstpaare gegenüber 150 Brutpaaren im Jahr 1960.
Auf Anregung der Staatlichen Vogelschutzwarte Baden-Württemberg wurde 1979 im damaligen Landwirtschafts-Ministerium das „Projekt zur Bestandsstützung und Wiederansiedlung des Weißstorches in Baden-Württemberg“ beschlossen, an dem auch der NABU-Landesverband (damals noch DBV / Deutscher Bund für Vogelschutz) beteiligt war. Nachgezüchtete Störche wurden nach ihrer Verpaarung durch Auswilderung in geeigeneten Lebensräumen angesiedelt (Beispiele: Leiberstung, Achern, Iffezheim, Moos) und bildeten die Basis für eine sich langsam erholende Population, die durch Zuzügler aus Aufzuchtstationen im Elsaß verstärkt wurde.
Mitentscheidend für die wieder angestiegenen Bestände war der Ehrgeiz vieler Gemeinden, wie vor Jahrzehnten einen „eigenen“ Adebar zu besitzen. Deshalb wurden während der letzten 10 Jahre unter Anleitung von Storchenexperten vielerorts auf passenden Gebäuden Storchennester angebracht. Fast immer wurden sie von den Störchen angenommen. Auch Stollhofen wurde so ein „Storchendorf“. Doch dazu mehr im nächsten Kapitel.
Herbert Schön

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