Monatsarchiv: Oktober 2026

Nächtliche Waldkauz-Exkursion im Striethwald

m Zuge des NABU-Jahresprogramms findet am Freitag, 13. November eine nächtliche Waldkauz-Exkursion statt. Treffpunkt ist der Parkplatz vor der Wasenhalle in Scherzheim um 20 Uhr, anstatt um 19 Uhr wie zunächst vorgegeben. 

Anmeldungen sind erbeten unter: info@nabu-li-rhm.de

Die Zeit der Balz ist überlicherweise der Frühling, doch nutzen manche Vögel das Ende des Jahres zur Paarbildung und zur Besetzung eines Brutrevieres für das kommende Jahr. So ist das beim Waldkauz, dessen schauriger Balzgesang, das typische Hu-Hu-HuuuuuuH, in vielen Krimis die gruselige Nacht symbolisiert. 

NABU-Gruppe

Lichtenau/Rheinmünster

Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027 

Fast die Hälfte der Wähler*innen stimmte für die sympathische Sommerbotin. Mehr als 148.000 Menschen haben bei der Wahl zum Vogel des Jahres mitgemacht. Es war die siebte öffentliche Wahl vom NABU dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). Dabei fielen  67.050 Stimmen (45,2 Prozent) auf die Mehlschwalbe (Delichon urbicum).

Die sympathische Sommerbotin baut ihre Lehmnester unter anderem an Hauswänden. Leider gehen passende Nistplätze zunehmend verloren. Aus diesem Grund hat der NABU Li/Rhm. bereits vor mehr als 10 Jahren alljährlich Schwalbenfreundliche Häuser ausgezeichnet. Es ist beabsichtigt, dass der NABU diese Ehrungsaktion, besonders im nächsten Jahr, wieder fortführt. Mit einer Plakette zeichnet NABU-Schwalbenfreundliche Hausbesitzerinnen und -besitzer aus, die den Frühlingsboten, Flugkünstlern und Glücksbringern Obdach geben.

Deswegen bietet der NABU allen interessierten Besitzern von geeigneten Häusern und Ökonomiegebäuden an, diesen typischen Kulturfolgern des Menschen Hilfen zu geben, damit unsere Ortschaften nicht plötzlich „Schwalbenleer“ sind. Mit günstigen Konditionen über Sammelbestellungen von robusten Kunstnestern aus Holzbeton für Mehl- oder Rauchschwalben können Interessierte solche Nester zum Selbstkostenpreis erwerben. 

NABU-Gruppe

Lichtenau/Rheinmünster

Presseerklärung des NABU Lichtenau/Rheinmünster

Wasserrückhaltung in Feld und Wald: NABU fordert schnelles Handeln gegen die zunehmende Austrocknung der Landschaft

Der NABU Lichtenau/Rheinmünster fordert angesichts der zunehmenden Hitze- und Dürreschäden in Wäldern und landwirtschaftlich genutzten Flächen von den zuständigen Behörden und Kommunen zeitnahe Maßnahmen, um einer weiteren Austrocknung der Landschaft entgegenzuwirken und das vorhandene Wasser länger in der Fläche zu halten.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt sich der NABU Lichtenau/Rheinmünster dafür ein, in geeigneten Landschaftsbereichen die durch die Acher-Rench-Korrektion (AREKO) entstandenen Entwässerungsstrukturen teilweise zurückzubauen oder anzupassen. Ziel ist es, den Grundwasserhaushalt zu stabilisieren und Niederschlagswasser länger in der Landschaft zu halten.

Die entsprechenden Anliegen des NABU wurden bei verschiedenen Gesprächen und von unterschiedlichen Behördenvertretern aufgenommen. Eine Umsetzung scheiterte bislang jedoch aus unterschiedlichen Gründen, unter anderem aufgrund fachlicher, rechtlicher und teilweise auch artenschutzrechtlicher Anforderungen.

Die Folgen der zunehmenden Trockenheit werden immer deutlicher

Während in den vergangenen Jahren vor allem in den Wäldern massive Trockenschäden und das Absterben großer Bäume beobachtet werden konnten, sind inzwischen auch weite Bereiche der Landwirtschaft von den Folgen anhaltender Trockenheit betroffen.

Die hohen Temperaturen und die geringen Niederschlagsmengen der vergangenen Jahre haben die Situation verschärft. Nach Auffassung des NABU spielt jedoch auch die historische Entwässerung der Landschaft eine wesentliche Rolle. Die im Zuge der 1967 abgeschlossenen Acher-Rench-Korrektion umgesetzten Entwässerungsmaßnahmen dienten seinerzeit insbesondere der Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutzung und dem Hochwasserschutz. Unter den heutigen klimatischen Bedingungen zeigen sich zunehmend auch die damit verbundenen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Landschaft.

Sinkende Grundwasserstände und zunehmend ausgetrocknete Böden erschweren es Bäumen, Sträuchern und landwirtschaftlichen Kulturen, ausreichend Wasser zu erreichen. Gerade in lang anhaltenden Hitze- und Trockenperioden kann die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern und für Pflanzen verfügbar zu halten, erheblich abnehmen.

Wasserrückhaltung statt schneller Ableitung

Nach mehreren Vorgesprächen sieht der NABU inzwischen wichtige Ansatzpunkte für eine verstärkte Wasserrückhaltung. Gespräche mit Vertretern der Forstverwaltung, des NABU-Waldinstituts, des Aueninstituts in Rastatt sowie des Landesbetriebs Gewässer beim Regierungspräsidium Karlsruhe haben nach Angaben des NABU gezeigt, dass Möglichkeiten für geeignete Wiedervernässungs- und Wasserrückhaltemaßnahmen geprüft werden können.

Eine besondere Herausforderung sieht der NABU in der fachgerechten Planung und Umsetzung sowie in den erforderlichen Genehmigungs- und Abstimmungsverfahren.

„Die Auswirkungen der Trockenheit sind inzwischen unübersehbar. Deshalb dürfen geeignete Maßnahmen zur Wasserrückhaltung nicht weiter aufgeschoben werden. Wir brauchen jetzt konkrete Prüfungen und, wo fachlich und rechtlich möglich, eine zügige Umsetzung“, so der NABU Lichtenau/Rheinmünster.

Dabei geht es aus Sicht des NABU nicht um eine flächendeckende Überstauung von Wald und Feld. Vielmehr sollen geeignete kleine Bäche, Gräben und andere Gewässerstrukturen so genutzt werden, dass Niederschlags- und Oberflächenwasser länger in der Landschaft verbleibt. Ziel ist es, schrittweise eine Landschaft mit höherer Wasserspeicherfähigkeit zu entwickeln – ein „Schwammgebiet“, das Wasser in niederschlagsreichen Zeiten aufnimmt und es in Trockenperioden länger verfügbar hält.

Mögliche Anstaueinrichtungen sollten nach Auffassung des NABU so dimensioniert werden, dass sie den Wasserabfluss lediglich bremsen und nicht zu einer vollständigen Überstauung des Geländes führen. Auch bei stärkeren Niederschlagsereignissen müsse der kontrollierte Abfluss gewährleistet bleiben. Die konkrete Ausgestaltung müsse dabei jeweils auf Grundlage fachlicher Untersuchungen und der örtlichen Gegebenheiten erfolgen.

Fünf Bereiche als erste Ansatzpunkte

Aufgrund der großen Wald- und Feldflächen im Raum Lichtenau/Rheinmünster möchte der NABU zunächst Bereiche in den Blick nehmen, in denen aus seiner Sicht aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der technischen Möglichkeiten eine nähere Prüfung von Wasserrückhaltemaßnahmen sinnvoll erscheint:

  1. Fünfheimburgerwald und Schwarzbach
    Gemarkungen Greffern, Muckenschopf, Scherzheim, Ulm und Lichtenau: Prüfung von Anstaumaßnahmen in geeigneten Gewässerabschnitten, wie sie nach Angaben des NABU bereits vor mehr als 30 Jahren teilweise praktiziert wurden.
  2. Schwarzwasser und Scheidgraben
    Gemarkungen Unzhurst, Lauf und Moos: Prüfung einer möglichen Anhebung des Gewässerspiegels und der Auswirkungen auf den Muhrwald und die Laufer Mark.
  3. Acher-Stauhaltung bei Scherzheim
    Prüfung einer möglichen Wiederherstellung der früheren Stauhaltung unter Einbeziehung der vorhandenen Fischaufstiegsanlage sowie geeigneter Wasserrückhaltemaßnahmen in den Waldgräben des Striethwaldes. Dabei sind insbesondere die wasserrechtlichen und ökologischen Anforderungen zu berücksichtigen.
  4. Wörthwald in Lichtenau (Naturschutzgebiet)
    Prüfung von Möglichkeiten, die Entwässerung in den Rheinniederungskanal zu reduzieren und Wasser länger im Gebiet zurückzuhalten, soweit dies mit den Schutzzielen und den rechtlichen Vorgaben vereinbar ist.
  5. Hohlerwald in Rheinmünster
    Gemarkungen Schwarzach und Stollhofen: Prüfung von Wasserrückhaltemaßnahmen am alten Hohlerbach und an weiteren geeigneten Gräben.

Diese fünf Bereiche versteht der NABU ausdrücklich als erste Ansatzpunkte. Darüber hinaus gibt es nach seiner Einschätzung weitere Feld- und Waldgebiete, in denen insbesondere im Winterhalbjahr und Frühjahr Möglichkeiten für eine zeitlich begrenzte Wasserrückhaltung untersucht werden könnten.

Von einer verbesserten Wasserrückhaltung könnten nicht nur Wald und Landwirtschaft profitieren. Auch zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sowie die ökologische Funktion der Landschaft insgesamt sind auf einen möglichst stabilen Wasserhaushalt angewiesen.

Der NABU Lichtenau/Rheinmünster appelliert deshalb an Kommunen, Behörden und weitere Verantwortliche, gemeinsam nach geeigneten Lösungen zu suchen und konkrete Projekte zur Wasserrückhaltung und Wiedervernässung auf den Weg zu bringen.

Wasser, das in der Landschaft gehalten werden kann, sollte nicht vorschnell aus der Landschaft abgeführt werden.

Herbert Schön, Vorsitzender
Dr. Andreas Wagner, Schriftführer